6 Trends im Marketing und Vertrieb, die 2019 dominieren werden

Das Jahr 2018 ist Geschichte! Damit steht uns ein neues Jahr mit zahlreichen spannenden Ereignissen und Entwicklungen bevor. Doch welche Trends zeichnen sich 2019 für das Marketing und den Vertrieb ab? Lassen wir die Vergangenheit ruhen und schauen mal, was uns die nächsten Monate alles erwartet.

Künstliche Intelligenz und Machine Learning

Das 2018 heiß diskutierte Thema der Anwendung künstlicher Intelligenz (KI) in Unternehmen wird uns auch in diesem Jahr begleiten. Vor allem der Teilbereich Machine Learning bietet viele Möglichkeiten, das selbstlernende System zu seinem Vorteil zu nutzen.

Künstliche Intelligenz versucht, die menschliche Denk- und Handlungsweise durch eine Maschine nachzubilden. Ziel ist es, dass der Roboter eigenständig Probleme löst.

Das „Wissen“ der Maschine stammt von unzähligen Datensätzen, die wir dem Roboter zuführen. Hier kommt das Machine Learning ins Spiel. Aus den erhaltenen Daten lernt und verbessert sich die Maschine automatisch, ohne dass wir sie programmieren. Der Roboter setzt die Daten in Relation zueinander und erkennt daraus Muster, die er dann bei Problemstellungen einsetzt.

Laut einer Studie investieren bereits 80 % der Unternehmen in diese Technologie und der Trend ist weiter steigend. Die künstliche Intelligenz ist eindeutig gekommen, um zu bleiben. Vor allem dank der ersten Erfolge, die sich durch die Nutzung von KI einstellen: 78 % der Unternehmen, die KI einsetzen, vermelden einen betrieblichen Effizienzanstieg um 10 %.

Die Anwendungsfelder reichen von Forschung und Entwicklung über die Produktion bis hin zum Marketing und Vertrieb. Immer dann, wenn es um das Analysieren von großen Datenmengen geht, ist diese Technologie hilfreich. Sie unterstützt bspw. beim Ableiten konkreter Handlungsmaßnahmen für ein bestimmtes Problem oder beim Ausführen unterschiedlichster Prozesse.

Der Algorithmus erstellt basierend auf Kundendaten bspw. eine Prognose für die Kundenabwanderung. Damit lässt sich der abwanderungsgefährdete Kundenstamm mit gezielter Ansprache bearbeiten. Oder das System erkennt basierend auf vergangenen Einkäufen, welche Produkte eine Person in nächster Zeit wahrscheinlich kaufen wird. Das Unternehmen spielt dann individualisierte Angebote und personalisierte Werbung aus.

Künstliche Intelligenz kann in vielen Bereichen hilfreich sein – vor allem, wenn es um das Analysieren von großen Datenmengen geht

Marketer und Vertriebler können dadurch viele Prozesse automatisieren. CRM Tools mit KI-Feature unterstützen die Kundenbetreuung und Chatbots heben die Qualität des Kundenservices auf ein neues Level. Die Möglichkeiten sind schier unendlich.

Weitere Trends für das Jahr 2019 fußen ebenfalls auf KI – ein deutliches Zeichen dafür, dass Unternehmen diese Entwicklung im Auge behalten sollten. Die Technologie wird sich stetig weiterentwickeln und neue Anwendungsmöglichkeiten bieten. Früher oder später wird KI für Unternehmen zur Notwendigkeit, um sich die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.

 

Chatbots

Sie sind immer öfter auf Webseiten von Unternehmen zu finden und unterstützen das Kundenservice tatkräftig beim Bearbeiten unterschiedlichster Kundenanfragen. Bereits 80 % der Unternehmen nutzen einen Chatbot oder planen bis 2020 einen einzusetzen.

Ein Chatbot ist ein Roboter, mit dem du eine virtuelle Konversation führst. Dabei übernimmt der Chatbot entweder eine Aufgabe für dich oder beantwortet deine Fragen. Basierend auf künstlicher Intelligenz interagiert der Roboter nach definierten Regeln und Parametern mit dir.

Meistens sind Chatbots auf Webseiten implementiert, um dir bei deinem Besuch behilflich zu sein. Chatbots lassen sich aber auch in Messengern (zum Bsp. Facebook Messenger) oder über Sprachassistenten (zum Bsp. Alexa von Amazon) einsetzen.

Die Vorteile liegen klar auf der Hand. Ein Chatbot stellt eine einfache Kommunikationsmöglichkeit, mit uneingeschränkter Erreichbarkeit und sofortiger Rückmeldung bei Fragen dar. Das finden auch 72 % der Befragten einer Studie: Sie haben die Interaktion mit dem Chatbot in irgendeiner Form als hilfreich angesehen.

Bei allem Lob haben die Chatbots auch ihre Schattenseiten. Noch ist die Technologie nicht soweit, um in jedem Kontext die richtige Reaktion parat zu haben. Bei der erwähnten Studie haben sich 27 % über die unzureichende Intelligenz beklagt und nicht einmal bei simplen Fragen eine zufriedenstellende Antwort erhalten.

Hast du schon einmal mit einem Chatbot kommuniziert? Live

  • Ja, habe ich!
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  • Ich konnte nicht unterscheiden, ob es sich um einen Bot oder eine echte Person gehandelt hat.
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  • Nein, ist mir bisher noch keiner untergekommen.
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Genau da liegt das Potenzial der Chatbots. Mit Weiterentwicklung der künstlichen Intelligenz werden die Chatbots schlauer und können individuell auf die jeweiligen Fragestellungen und Anliegen eingehen. Unternehmen können davon in vielerlei Hinsicht profitieren und sollten Chatbots für ihre Marketingstrategie für das Jahr 2019 berücksichtigen – wenn sie es nicht schon ohnehin getan haben.

 

Voice Search

Alexa, Siri, Google Assistant und Microsoft Cortana – das sind die wohl bekanntesten und meist genutzten Sprachassistenten, die es aktuell am Markt gibt. Für viele von uns sind die Sprachassistenten von Amazon, Apple, Google und Microsoft der tägliche Begleiter und erleichtern uns in vielen Alltagssituation das Leben.

Ein Sprachassistent ist eine Software, die auf künstlicher Intelligenz basiert und mithilfe von Spracherkennung auf deine Anweisungen eine Aktion durchführt. Zu finden sind Sprachassistenten auf Smartphones, Tablets, Laptops, Computern, Fernsehern und eigens dafür gedachten Smart Speakern.

Ob das nun beim Musikhören, beantworten einer Frage oder notieren der Einkaufsliste ist – sie sind immer für einen da. Vor allem deshalb, weil sie auf jedem Gerät zu finden sind oder in Form von smarten Lautsprechern das gesamte Zuhause steuern. Sprachassistenten sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken.

Das bestätigt auch das ungebrochene Wachstum der letzten Jahre. In Deutschland besitzen 13 % einen smarten Lautsprecher (das sind 8,7 Millionen Menschen und entspricht der Gesamtbevölkerung Österreichs). Während es in Österreich gerade mal 3 % sind (etwa 200.000 Menschen), sagen Experten voraus, dass bis 2020/21 ein Viertel der Weltbevölkerung Sprachassistenten verwenden wird.

Für uns als Marketer bedeutet das: Es herrscht noch enormes Potenzial! Sowohl bei der allgemeinen Nutzung, als auch beim Einkaufen über Sprachassistenten. Laut einer Studie kaufen 13 % der Befragten, die einen Sprachassistenten nutzen, ihre Produkte via Voice Search ein.

Nutzt du einen Sprachassistenten in deinem Alltag? Live

  • Ja, ich kann nicht mehr ohne!
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  • Nein, bisher noch nicht.
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Mit zunehmender Anzahl an Leuten, die über Sprachassistenten einkaufen, wird sich für uns Marketer vieles ändern. Die Sprachsuche erfordert bspw. andere Inhalte als die textbasierte Suche. Die Suchanfragen werden länger und orientieren sich eher an Fragen. Während man bei Google früher nach „Restaurant Wien“ gesucht hat, fragt man den Sprachassistenten heute „Welches Restaurant in Wien kannst du mir empfehlen?“.

Inhalte auf Webseiten gehören daher maschinenlesbar aufbereitet und es empfiehlt sich alle wichtigen Informationen auch auf DrittanbieterSeiten zur Verfügung zu stellen. Mit kleinen Anpassungen in der Online-Strategie sind wir für diesen Trend gewappnet und können die Entwicklung gespannt verfolgen.

 

Generation Z

Während in den letzten Jahren der Fokus aller Marketer und Vertriebler auf den Millennials (auch Generation Y genannt) lag, wird 2019 allmählich eine neue Generation zur interessanten Zielgruppe. Es ist die Generation Z, die immer mehr an Kaufkraft gewinnt und bereits Umsätze in Höhe von 29 – 143 Mrd. Dollar generiert.

Die Gen Z definiert sich durch all jene, die nach 1995 geboren sind und allgemein als „Digital Natives“ bezeichnet werden. Sie sind aufgewachsen (oder wachsen gerade auf) in einer Zeit mit Zugang zu Smartphones, Social Media, OnlineShopping und anderer fortschrittlicher Technologie.

Die Jüngeren dieser Generation durchleben gerade ihr Teenagerdasein und beeinflussen maßgeblich das Einkaufsverhalten ihrer gesamten Familie. Besonders interessant sind allerdings die Älteren der Gen Z, denn sie beenden in der Regel gerade ihre Ausbildung und drängen hoch motiviert auf den Arbeitsmarkt.

Die Gen Z wächst mit Smartphones, Internet & Co auf – das wirkt sich auf ihr Einkaufsverhalten aus

Das Einkaufsverhalten dieser Generation charakterisiert sich vor allem durch das starke Bedürfnis nach Personalisierung, die hohe Markenaffinität und das ausgeprägte Sharing– sowie StreamingVerhalten. Obwohl das Online-Shopping für diese Generation einen besonders hohen Stellenwert genießt, ist der stationäre Handel bei der Gen Z nach wie vor beliebt.

Experten sagen voraus, dass sich die Generation Z bis 2020 zu der größten und profitabelsten Käufergruppe entwickelt. Unternehmen sollten daher die Wünsche, Einstellungen und Motive dieser Generation verstehen und ihr Angebot dementsprechend anpassen.

 

Beacons

Obwohl es diese vielversprechende Technologie seit 2013 gibt, wartet sie noch immer auf ihren Durchbruch. Die Rede ist von Beacons – kleinen, meist batteriebetriebenen Sendern, die ein BluetoothSignal an Smartphones in unmittelbarer Nähe aussenden. Zum Einsatz kommen sie im stationären Handel und ermöglichen dort eine direkte standortabhängige Kundenansprache.

Gehst du bspw. an einem Laden vorbei, erhältst du dank der Beacon Technologie einen Rabatt oder ein Angebot direkt auf dein Handy und wirst zum Betreten des Ladens angeregt. Klingt nach einem Traum für jeden Marketer, richtig?

Tatsächlich sind die Anwendungsmöglichkeiten für Beacons sehr vielfältig. Neben dem Ausspielen von Rabatten, Gewinnspielen oder Informationen, kann das Unternehmen auch ein IndoorNavigationssystem realisieren, das dich durch den Laden führt. Oder das System erkennt, dass du länger vor einem Regal stehst und schickt dir ergänzende Informationen zu den Produkten.

Beacons ermöglichen zudem die Verbindung der Offlinemit der OnlineWelt. Angenommen du suchst im Internet nach einem Produkt und klickst auf eine bezahlte Google Anzeige eines bestimmten Händlers. Du kaufst das Produkt nicht, weil du es vorher in einer Filiale dieses Händlers anprobieren bzw. sehen möchtest. Beacons erkennen bei deinem nächsten Besuch, dass du für dieses Produkt bereits Interesse gezeigt hast und schicken dir einen Rabatt oder zusätzliche Informationen dazu. Damit lässt sich nachvollziehen, wie sich die Onlineaktivitäten eines Unternehmens auf den OfflineKanal auswirken.

Beacons können den Einkauf im Laden zu einem besonderen Erlebnis machen

So großartig sich das Ganze anhört – es hat einen Haken. Nämlich die Akzeptanz der Kundinnen und Kunden. Geschäfte können Beacons nicht einsetzen, wenn der Empfänger nicht eine App runterlädt und sein Bluetooth einschaltet. Da wir alle genügend Apps besitzen und das aktive Bluetooth bei vielen Handys einiges an Akkuleistung kostet, ist die Barriere für die meisten Leute eine zu große. Dennoch prognostizieren Experten, dass der Beacon Markt bis 2024 auf 25 Mrd. Dollar wachsen wird. Die altbekannten Giganten Apple (mit iBeacon) und Google (mit Eddystone) mischen wieder ordentlich mit.

Durch die geringen Anschaffungskosten und das überschaubare Risiko, ist die Barriere für Unternehmen eine deutlich kleinere. Es liegt also tatsächlich nicht an den Unternehmen, sondern daran, dass Kundinnen und Kunden die Technologie nicht annehmen. Gelingt es daher, der Kundschaft einen eindeutigen Nutzen zu kommunizieren und sie wenigstens zur Nutzung der App zu animieren, steht dem Durchbruch der Beacon Technologie 2019 nichts im Wege.

 

Mobile Payment

Was auf anderen Kontinenten gang und gäbe ist, steckt in Europa und vor allem in der DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) noch in der Anfangsphase. Das Bezahlen im stationären Handel mit einem mobilen Endgerät stellt eher die Ausnahme als die Regel dar. Denn gerade mal 3 % der Deutschen geben an, Mobile Payment zu nutzen – in Österreich dürfte die Zahl noch niedriger sein.

Es gibt keine eindeutige Definition von Mobile Payment. Gerne wird darunter das Bezahlen mit dem Handy im Internet verstanden, also das Online-Shopping am Handy. Da sich das kaum vom Online-Shopping am Computer unterscheidet, beziehe ich mich bei diesem Trend auf folgende Definition:

Unter mobilem Bezahlen wird der Abschluss eines Bezahlvorgangs im stationären Handel durch ein elektronisches Gerät verstanden. Das kann bspw. ein Smartphone oder Tablet sein. Mit eingebauter NFCTechnologie (Near Field Communication) oder einem QRCode in einer App, lässt sich der Einkauf bargeldlos bezahlen.  

Das Problem: Konsumentinnen und Konsumenten sehen keinen Mehrwert darin. Es gibt keine flächendeckende Lösung, die Leute fürchten um die Sicherheit ihrer Daten und bleiben lieber dem Bargeld treu. In Österreich wird das Ganze dadurch bestärkt, dass die beiden beliebtesten und meist verwendeten Bezahlsysteme – Apple Pay und Google Pay – nicht verfügbar sind.

Dennoch könnte 2019 – zumindest in Deutschland – der Durchbruch gelingen. Denn Apple und Google haben ihre Bezahlsysteme erst Mitte bzw. Ende 2018 gelauncht. Händler, Banken und Dienstleister sind davon überzeugt, dass die Zahl der Nutzer steigen wird.

Kannst du dir vorstellen, an der Kassa mit deinem Handy zu bezahlen? Live

  • Ja, das tue ich bereits!
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  • Könnte ich mir vorstellen.
    100% 1 / 1
  • Nein, auf keinen Fall!
    0% 0 / 1

Unternehmen sollten diese Entwicklung daher nicht aus den Augen verlieren. Was in Asien, den USA und Teilen von Europa funktioniert, kann auch bei uns schnell Fuß fassen. Vor allem wenn Apple und Google ihr Angebot auch auf Österreich ausweiten.

 

Fazit

Was insgesamt deutlich auffällt: Fast alle Trends für 2019 basieren auf technologischer Entwicklung. Die Digitalisierung hat uns fest im Griff. Für Unternehmen bedeutet das aufmerksam zusehen und rechtzeitig handeln. Vor allem aber abwägen, welcher dieser Trends möglicherweise die eigene Branche oder das eigene Unternehmen betreffen könnte.

Trends sind da, um verfolgt zu werden, und das sollten bzw. werden nicht nur Unternehmen tun, sondern auch ich. Sehr gespannt bin ich darauf, welcher Trend die Erwartungen erfüllt und welcher sich letztendlich als Flop herausstellt.

 

 

Was denkst du, welcher dieser Trends wird das Jahr 2019 besonders prägen? Oder hast du eine ganz andere Entwicklung am Schirm? 

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