Marktanalyse: Beliebteste Sparformen in Österreich

Viel zu selten Gedanken darüber gemacht, allerdings immens wichtig – wie sparen wir unser Geld? Seit jeher vertrauen wir den klassischen Sparformen, auf die schon unsere Eltern geschworen haben. Doch sind diese Sparformen noch zeitgemäß und verwenden wir sie überhaupt richtig? Fragen, die wir uns zu selten stellen und auf die wir zu selten eine Antwort finden – lasst uns das ändern! 

Wir alle sparen unser Geld. Die einen mehr, die anderen weniger. Im Durchschnitt sind wir Österreicherinnen und Österreicher fleißige Sparer – wir legen monatlich 239 Euro zur Seite. Betrachten wir den EU-Schnitt, dann sparen wir sogar überdurchschnittlich viel Geld. Wir haben also guten Grund uns mehr mit dem Thema Finanzen und Sparen auseinanderzusetzten.  

 

Warum wir sparen 

Die Hauptgründe warum wir sparen liegen auf der Hand – finanzielle Absicherung, Altersvorsorge, größere Anschaffungen, Urlaub. All diese Dinge liegen uns am Herzen. Deshalb legen wir dafür gerne Geld zur Seite. Es gibt noch einen weiteren Faktor, der besonders wichtig ist, an den die meisten aber nicht denken – nämlich die Inflation. 

Die Geldentwertung im Zeitablauf frisst uns sprichwörtlich das Geld unter dem Kopfkissen auf. Bedeutet für uns konkret: Besitzen wir heute 100 Euro, dann ist dieses Geld in bspw. 5 Jahren nicht mehr dasselbe wert – wir können uns weniger dafür kaufen. Um diesem Verlauf vorzubeugen, gibt es ein Zauberwort: Werterhaltung 

Es ist besser, einen Tag im Monat über sein Geld nachzudenken, als einen ganzen Monat dafür zu arbeiten. - John Davison Rockerfeller

Unser oberstes Sparziel sollte die Werterhaltung sein. Bei der aktuellen Inflationsrate von rund 2 % pro Jahr müssten wir in 5 Jahren auf unsere 100 Euro mindestens 10 Euro Zinsen ausbezahlt bekommen, um den Wert zu erhalten. Damit also unsere Kaufkraft in 5 Jahren noch dieselbe ist, müssen wir pro Jahr mindestens 2 % Zinsen auf unser Erspartes bekommen. Gelingt uns das mit unseren Sparformen? 

 

Wie wir unser Geld sparen 

Beliebt, beliebter, Sparbuch – die mit Abstand beliebteste Sparform der Österreicherinnen und Österreicher ist das traditionelle Sparbuch. Es folgen der Bausparvertrag sowie das Sparen am Girokonto. Ebenfalls großer Beliebtheit erfreuen sich die Lebensversicherungen 

Eher abgeschlagen auf der Beliebtheitsskala rangieren Anlageformen wie Wertpapiere und Immobilien. Die wenigsten legen ihr Geld in Form von Edelmetallen, wie bspw. Gold an.  

Doch eignen sich die Sparformen, die von den meisten von uns verwendet werden, um die Werterhaltung zu gewährleisten? Werfen wir einen Blick auf diese.

 

Sparbuch

Niedrige Zinsen, dafür sicher und risikoarm. Ein Sparprodukt der alten Schule, bei dem Banken meistens auf das analoge Büchlein zurückgreifen. Manche Finanzinstitute bieten Online-Sparkonten an, die einem analogen Sparbuch gleichen. Viele bieten unterschiedliche Arten von Sparbüchern, die auf unterschiedliche Sparziele ausgelegt sind. Ein Sparbuch Vergleich lohnt sich auf alle Fälle. 

Wir sparen unser Geld für allerlei Dinge – die Inflation wird dabei von den wenigsten berücksichtigt

Betrachten wir unser oberstes Sparziel – die Werterhaltung –, dann wird uns schnell klar, dass wir dieses Ziel nicht mit einem Sparbuch erreichen. Denn im Schnitt beläuft sich die Verzinsung eines Sparbuchs auf 0,125 % – also deutlich zu wenig, um die Inflation damit auszugleichen.  

Das Sparbuch hat dennoch seine Berechtigung. Für Kinder stellt es die perfekte Gelegenheit dar, den verantwortungsbewussten Umgang mit Geld zu lernen. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, das Sparbuch für die Mietkaution zu hinterlegen. Es ist ebenfalls bestens geeignet für unerwartete Ausgaben, wie den Ausfall der Waschmaschine oder für die Zahlung einer plötzlichen Autoreparatur. Der Zugriff auf das Geld ist nämlich in jedem Fall gewährleistet.  

 

Bausparvertrag 

6 Jahre gebunden, dafür ein höherer Ertrag durch höhere Zinsen und staatliche Prämien – das verspricht uns ein Bausparvertrag. Blicken wir genauer hin, dann fällt auf, dass ein Bausparvertrag noch einen weiteren Nutzen hat. Nach Ablauf der Bindungsfrist ermöglicht uns dieser nämlich den Abschluss eines Bauspardarlehens. Für diesen Zweck wird dieses Produkt allerdings selten verwendet. 

Meistens sehen wir den Bausparvertrag als reines Sparprodukt an und verwenden ihn für ganz andere Dinge als das Bauen. Oft locken attraktive Zinsen und staatliche Prämien in Höhe von bis zu 4 %. Rufen wir uns das Ziel der Werterhaltung in Erinnerung, dann stellt der Bausparvertrag auf den ersten Blick die ideale Sparform dar.  

Doch der Schein trügt. Betrachten wir das Ganze näher, dann fällt uns auf, dass die attraktiven Zinsen nicht auf die gesamte Laufzeit gelten, sondern auf die Anfangsphase – bspw. auf das erste Jahr – beschränkt sind. Zu Beginn liegt allerdings noch nicht viel Geld auf dem Konto, wodurch uns die hohen Zinsen wenig Ertrag bringen. Wie hoch der Zinssatz nach der Startzinsphase ist, hängt von der Zinsform (fix oder variabel) sowie von der Entwicklung des 12-Monats-EURIBOR ab.  

Hinzu kommen Kosten, wie Abschlussgebühren oder die Kontoführung. Von den Zinsen zieht uns das Finanzamt ebenfalls noch die KEST ab. Obwohl am Ende ein Ertrag zu Buche steht, ist dieser zu gering, um die Werterhaltung zu garantieren. Ein weiterer Nachteil: Benötigen wir das Geld vor dem Ablauf der Bindungsfrist, ist der Zugriff nur über eine Vertragskündigung möglich. Diese geht in jedem Fall mit einem Verlust für den Vertragsinhaber aus.  

Gut geeignet ist der Bausparvertrag für Leute, die nach Ablauf der Bindungsfrist ein Darlehen aufnehmen möchten. Bausparkassen sind zudem in der Lage, genau vorherzusagen, wie viel sie am Ende ausbezahlen. Sicherheit und Kontrolle sind Argumente für den Bausparvertrag – der zu geringe Ertrag und die lange Bindung allerdings starke Gegenargumente.

 

Sparen am Girokonto 

Das Girokonto stellt keine klassische Sparform dar, denn es ist vorrangig für den täglichen Gebrauch gedacht. Dennoch nutzen viele Österreicherinnen und Österreicher ihr Girokonto zum Sparen. Das Geld ist jederzeit verfügbar – sogar unterwegs mit der Bankomatkarte – und die Bank zahlt Guthabenzinsen auf das Geld.  

Beim Sparen ist es wichtig, das Ziel der Werterhaltung vor Augen zu haben, damit die Kaufkraft erhalten bleibt

Die Guthabenzinsen belaufen sich allerdings auf unter 1 %, was – wie bereits gelernt – zu wenig ist, um unser Sparziel zu erreichen. Dazu stellt die Verfügbarkeit des Geldes einen Nachteil dar. Denn die Bankomatkarte ist in einem Geschäft schnell gezückt und damit das hart ersparte Geld schnell ausgegeben 

Auf Girokonten herrscht in der Regel viel Bewegung. Deshalb ist es nicht gut geeignet für das dauerhafte Anlegen und Sparen seines Geldes. Kurzfristige Sparziele kommen in Frage, aber grundsätzlich ist vom Sparen am Girokonto abzuraten.  

 

Lebensversicherungen 

Gekennzeichnet mit dem langfristigsten Charakter aller Sparformen, stellt die Lebensversicherung eine attraktive Möglichkeit dar, sich in unterschiedlichsten Belangen finanziell abzusichern. Ob für die AltersvorsorgeAbsicherung der Angehörigen im Todesfall oder als Sicherheit für einen Kredit – gute Gründe zum Abschluss einer Lebensversicherung gibt es genügend. 

Es herrschten allerdings schon bessere Zeiten, um sich für eine Lebensversicherung zu entscheiden. Der Garantiezins sinkt seit Jahren immer weiter und liegt aktuell unter 1 %. Versicherungen halten dem Laien zudem versteckte Kosten vor. Nicht umsonst tummeln sich haufenweise Berichte im Internet, die vor diesen Kosten warnen.  

Dennoch können wir unser Sparziel mit einer Lebensversicherung tatsächlich erreichen. Mit einem fondsgebundenen sowie kostengünstigen Produkt gelingt es uns die Inflation auszugleichen und damit unsere Kaufkraft zu erhalten. Dafür ist allerdings das Vergleichen von Angeboten angesagt und die Aufschlüsselung der Kostenstruktur der Versicherung nötig – ohne Experten an der Seite eine ziemliche Mammut-Aufgabe. 

Eine Investition in Wissen bringt noch immer die besten Zinsen. - Benjamin Franklin

Hinzu kommen die lange Laufzeit sowie geringe Flexibilität einer Lebensversicherung. Bei vorzeitiger Vertragsauflösung steht einem ein gewaltiger Verlust zu Buche – davon ist in jedem Fall abzuraten.  

 

Gibt es Alternativen? 

Ja, die gibt es. Und ich habe sie in diesem Beitrag erwähnt. Es sind die weniger beliebten Sparformen der Österreicherinnen und Österreicher. Weniger beliebt deshalb, weil sie ein höheres Risiko darstellen – dafür aber höhere Renditen versprechen.  

Immobilien, Wertpapiere, Gold – wer sich mit dem Thema Investment befasst, bemerkt schnell, dass es sich um die Hauptkomponenten der Drei-Speichen-Regel handelt. Aussage dieser Regel: Unser Vermögen gehört in ein Drittel Landein Drittel Handelswaren und ein Drittel bar zur Hand aufgeteilt. Damit erreichen wir eine optimale Risikostreuung und übertreffen im Idealfall unser oberstes Sparziel.  

Die Werterhaltung stellt bei dieser Form der Geldanlagen nicht das oberste Ziel dar. Unsere Kaufkraft zu erhalten ist das Mindeste. Es geht bei der Drei-Speichen-Regel darum, unser Vermögen zu vermehren. Damit lassen wir unser Geld für uns arbeiten 

Die Reichen werden nämlich nicht reicher, weil sie etwas produzieren. Sie werden reicher, weil sie etwas besitzen – und zwar Immobilien, Wertpapiere und Gold.  

Das sollte uns zu denken geben und uns dazu anstoßen, unseren eigenen Umgang mit Geld und Vermögen zu ändern. Vielleicht ja mit dem Ansatz der Drei-Speichen-Regel.

 

 

Interesse geweckt? Hier ein ausführlicher Beitrag zu der Drei-Speichen-Regel  

Wie sieht es bei dir aus? Wie viele der klassischen Sparformen kommen bei dir zum Einsatz? Oder investierst du bereits nach der Drei-Speichen-Regel?

Schreib es mir in die Kommentare – ich würde mich sehr über einen Austausch und Dialog mit dir freuen!  

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