Innovation im Wandel – was für uns Marketer wichtig ist

Netflix, Airbnb, Uber – das sind nur wenige Beispiele von Unternehmen, die mit innovativen Geschäftsmodellen ihre Märkte revolutioniert haben. Was früher das Erfinden von neuen Produkten war, ist heute das Entwickeln und Umsetzen von disruptiven Technologien und Innovationen. Zuvor gehören solche Innovationen allerdings kreiert – nur wie schaffen wir das?

Was wir unter Innovation einmal verstanden haben 

In der heutigen Zeit gibt es nur noch selten echte Innovationen. Früher stand die Innovation für ein gänzlich neues Produkt am Markt, welches es bis dahin in dieser Form nicht gegeben hat. Auto, Fernseher, Computer – alles Erfindungen, die die Hersteller seit ihrer Geburtsstunde weiter optimieren und verbessern 

Ein ausschlaggebendes Merkmal von echten Innovationen: Sie lösen ein Problem auf neue und bislang völlig unbekannte Art und Weise. Darin liegt der Grund, weshalb echte Innovationen heutzutage selten vorkommen. Es gibt für fast jedes Problem irgendeine Lösung. Deshalb beschränken sich Unternehmen oft auf die sogenannte inkrementelle Innovation 

Bei dieser werden die vorhandenen Produkte in ihrer FunktionalitätFarbeForm und Größe verändert. In den zunehmend gesättigten Märkten unserer Wirtschaft ist das allerdings zu wenig. Vor allem, wenn wir für unsere Kundschaft außergewöhnliche Kundenerlebnisse schaffen wollen. Nur mit welcher Innovation erreichen wir das?

 

Was wir heute unter Innovation verstehen 

Es ist die disruptive Innovation, die uns in wettbewerbsintensiven Zeiten konkurrenzfähig macht. Neue Technologien und neue Geschäftsmodelle bieten den Grundstein dafür. Es ist notwendig, über die inkrementelle Innovation hinaus zu gehen und neue Kundenerlebnisse zu schaffen, die die bisherigen verdrängen und ersetzen.

Innovation ist eine komplexe Angelegenheit – funktioniert eines der Teile nicht, wie es soll, scheitert sie

Der Schlüssel zum Erfolg liegt unter anderem darin, ein tiefergehendes Verständnis für unsere Zielgruppe zu erlangen. Damit verringert sich die Gefahr, dass wir an dem eigentlichen Bedarf vorbei arbeiten. Hauptgrund für das Fehlschlagen von Innovationen: Es wird etwas geschaffen, was die Leute überhaupt nicht brauchen. Oder anders gesagt – wir liefern Antworten auf nicht gestellte Fragen.  

Warum es wichtig ist, unsere Kundschaft genauestens zu kennen, erfährst du in meinem Beitrag zum Thema Marktsegmentierung.  

Innovation passiert nicht zufällig. Innovation ist eine komplexe Sache, die eine gute Planung voraussetzt. Der Innovationsprozess beinhaltet viele Variablen, die alle aufeinander abgestimmt gehören, um vollen Erfolg zu erzielen. Innovationsmanagement ist das Stichwort.  

 

Innovationsmanagement in 3 Schritten 

Im Marketing müssen wir uns ebenfalls mit dem Thema Innovation beschäftigen. Eine außergewöhnliche Customer Experience basiert auf Innovationen in verschiedensten Teilbereichen eines Unternehmens. Da wir keine Innovationsexperten, sondern Marketer sind, reicht es, wenn wir uns auf diese 3 Schritte des Innovationsmanagements fokussieren.

1. SchrittInnovation Readiness Assessment 

Sind wir bereit für eine Innovation? Viele Unternehmen überspringen diesen wichtigen Schritt und überprüfen nicht, ob sie die Voraussetzungen für einen erfolgreichen Innovationsprozess erfüllen. Neben der klaren Problem– und Zieldefinition ist es notwendig, dafür zu sorgen, dass die nötigen SystemeRessourcen und Prozesse vorhanden sind.  

Um einer möglichen Betriebsblindheit vorzubeugen, sollten Außenstehende – also externe Dienstleister – das Innovation Readiness Assessment durchführen. Sich selbst einzugestehen, dass die geplante Innovation zum Scheitern verurteilt ist, fällt deutlich schwerer als dies objektiv von jemand externes bestätigt zu bekommen.  

2. Schritt: Innovation Roadmap

Nach dem erfolgreichen Readiness Assessment geht es in die Planungsphase – einem der wichtigsten Schritte im Innovationsprozess. Die genaue Planung in Form einer Roadmap ist eines der Schlüsselelemente, wenn es um erfolgreiche Innovationen geht.

Failing to plan is planning to fail - Benjamin Franklin

Die Roadmap gehört auf die Besonderheiten des Unternehmens abgestimmt und sollte ebenfalls mit der Unternehmensstrategie vereinbar sein. Sich genügend Zeit für die Planung zu nehmen, kann am Ende für den Erfolg oder Misserfolg einer Innovation entscheidend sein. Die Kombination aus guter Planung und einem ausgeklügelten Innovationsprogramm ermöglichteine genaue Vorhersage des Return on Investment.

3. Schritt: Ausführung und Erfolgskontrolle

Ist die Roadmap erstellt, folgt die Phase der Umsetzung. Hierbei ist es wichtig, sich zu überlegen, auf welche Art und Weise wir den Erfolg unserer Innovation messen. Für uns als Marketer ist eine Kennzahl die wichtigste: Hat uns die Innovation dabei geholfen die Qualität der Kundenerlebnisse entlang der gesamten Customer Journey zu verbessern?

 

5 Erfolgsfaktoren des Innovationsprozesses 

Für den Erfolg bei Innovationen sind, neben der soliden Umsetzung der 3 Schritte aus dem Innovationsmanagement, ebenfalls 5 konstante Erfolgsfaktoren entscheidend.  

  • Vollständigkeit: Viele Innovationen scheitern aufgrund von Unvollständigkeit. Wie bereits erwähnt, besteht der Innovationsprozess aus vielen Variablen, die perfekt ineinandergreifen müssen, um den Erfolg zu sichern. Deshalb ist die Planung besonders wichtig – es darf keine Lücken geben.  

Kollaboration ist  wesentlich in der Innovation – selten hat jemand etwas allein kreiert

  • Maßgeschneidert: Wenn es um Innovation geht, gibt es keine One-Size-Fits-All Lösungen. Jedes Unternehmen hat seine spezifischen Voraussetzungen – angefangen bei den Zielen und der Risikofreudigkeit bis hin zu den eigens für die jeweilige Unternehmung definierten Zielgruppen und Kundentypen.

     

  • Unternehmenskultur: Bei der Innovation spielt die Unternehmenskultur eine entscheidende Rolle. Unternehmen müssen erkennen, dass Mut die beste Grundlage für Innovationen ist. Ein solches Umfeld lässt sich durch „encourage courage“ – sinngemäß übersetzt als „jemanden zur Mut ermutigen“ – schaffen. Denn für Innovationen braucht es Mut, um immer wieder neues auszuprobieren und sich auf unbekanntes Terrain zu wagen.
      
  • Kollaboration: Direkt anknüpfend an die Unternehmenskultur, stellt das kollaborative Umfeld im Unternehmen einen wesentlichen Erfolgsfaktor dar. Die besten Innovatoren haben selten etwas völlig allein kreiert – sie haben immer mit jemandem zusammengearbeitet. Unternehmen müssen Orte schaffen, an denen ihre Mitarbeiter Ideen austauschen und neue Innovationen kreieren können. Die Kollaboration muss Teil des Unternehmens werden und zum Tagesgeschäft gehören.  

  • KundenorientierungDie erfolgreichsten Innovationen stammen von kundenorientierten Unternehmen. Je mehr wir den Fokus nach innen richten, desto weniger fokussieren wir uns auf das Wesentliche – nämlich unsere Kundinnen und Kunden. Agieren wir hingegen kundenorientiert, dann profitieren wir automatisch intern davon.
 
 

Warum das für uns Marketer wichtig ist 

Ob wir als Unternehmen Produkte, Dienstleistungen oder gar beides verkaufen – es geht immer darum unsere Kundschaft zufriedenzustellen. Den Leuten ein außergewöhnliches Kundenerlebnis zu bieten ist nicht eine unter vielen Aufgaben, sondern die eine Hauptaufgabe, die wir als Marketer haben.  

Innovationen sind keine Naturereignisse, wir müssen sie wollen und durchsetzen. - Hans-Jürgen Quadbeck-Seeger

Mit der inkrementellen Innovation wird uns das nicht gelingen. Es braucht mehr als das. Es braucht disruptive Innovationen. Wir als Marketer sind in der Position am besten zu beurteilen, was unsere Kundschaft von uns erwartet und wie wir sie zufriedenstellen können. Deshalb ist es wichtig, dass wir im Bereich der Innovation eine gewisse Mitsprachekompetenz erlangen. 

Ganze Märkte wurden umgekrempelt und neu erfunden – oftmals zum Leidwesen der großen und etablierten Player, allerdings zum eindeutigen Vorteil der Nachfrager. Den Kundinnen und Kunden wurde vieles erleichtert und es liegt nicht zuletzt in unserer Verantwortung als Marketer, diese Erleichterungen zu schaffen.  

Es werden neue und innovative Geschäftsmodelle sein, die uns in Zukunft die Wettbewerbsfähigkeit sichern – und genau da können wir als Marketer ordentlich mitmischen. Mit dem klaren Ziel vor Augen, unserer Kundschaft das beste und außergewöhnlichste Erlebnis zu bieten, um deren Leben damit ein Stück besser und leichter zu machen.  

 

 

Was ist deine Meinung zu dem Thema? Würdest du die 3 Schritte des Innovationsmanagements und die Erfolgsfaktoren unterschreiben? Oder hast du andere Erfahrungen gemacht?

Schreib es mir in die Kommentare – ich würde mich über einen Austausch und Dialog mit dir freuen! 

 

Inspiriert durch das Buch „What Customers Crave” von Nicholas Webb

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